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Presse

Milena am Briefkasten

Viel Liebe ist unterwegs nach Bali

19.12.2012 (Kommentare: 0)

Milena überweist auf der Sparkasse Geld nach Bali. Foto © Buttgereit
Milena überweist auf der Sparkasse Geld nach Bali. Foto © Buttgereit
Milena überweist auf der Sparkasse Geld nach Bali. Foto © Buttgereit
Milena überweist auf der Sparkasse Geld nach Bali. Foto © Buttgereit

Monika Baumgart alias Milena aus Lübbenau hilft behindertem Mädchen Anggyta

"Aku cinta kamu" – diese drei indonesichen Worte wird Monika Baumgart im Weihnachtspaket mit auf die Reise nach Bali schicken. "Ich habe dich lieb" sagt die Lübbenauer Stadtführerin Milena damit ihrem achtjährigen Liebling Anggyta, einem behinderten Mädchen auf Bali.

Eine kleine schmale Sammelbox hat Milena fast immer dabei, wenn sie Spreewaldbesuchern ihre Stadt zeigt, die Senfabende veranstaltet oder Touristen auf dem Kahn begleitet. Ist die verschlossene Büchse gut gefüllt, wird sie auf der Bank geöffnet und das Geld an die Familie von Wayan, einem Vater von vier Kindern auf Bali, überwiesen.

"Kennengelernt habe ich ihn bei einer Schiffsreise. Zehn Monate am Stück arbeitete er dort als Kellner", erzählt Monika Baumgart. Abends, wenn er in seiner Kabine allein war, dachte er sehnsuchtsvoll an seine Familie, an die vier Kinder, an Anggyta, die es durch ihre Behinderung besonders schwer hat. Ein halbes Jahr noch musste er damals fernab der Heimat durchhalten.

"Sein Schicksal hatte mich sehr ergriffen", gesteht die Lübbenauerin, die sich am Ende der Reise seine Adresse geben ließ. Wieder daheim, führte sie wieder als Milena in der schönen Festtagstracht Touristen durch die Stadt. Erst, als sie von Mitgliedern des Motorsportclubs fotografiert und gefragt wurde, was sie denn dafür bekomme, habe es bei ihr Klick gemacht,. sagt sie. "Mit Spenden könnte ich doch der Familie helfen", hat sie sich gedacht. "Das war der Anfang", erzählt sie. "Ich habe oft ohne Honorar gearbeitet und vielen Menschen vom Schicksal der Familie und vor allem der kleinen Anggyta erzählt. Die Spendenbereitschaft der Menschen ist bis heute unglaublich, ob sie 50 Cent oder 50 Euro geben – alles hilft", erzählt sie und ist dankbar. Zweimal schon konnte sie Geld nach Bali schicken. Das erste Mal seien es mehr als 700 Euro gewesen, beim zweiten Mal 910 Euro. "Durch die zweite Überweisung konnte dem Mädchen ein Rollstuhl gekauft werden, weil es durch die Behinderung nicht selbstständig laufen kann. Ein ganzes Jahr lang wurde mit dem Geld auch eine Therapie bezahlt", sagt Monika Baumgart und ist überglücklich. Per Mail versuche sie immer, dem Familienvater Kraft zu geben. "Das mache ich in englischer Sprache. Jeden Tag lerne ich jetzt englisch", sagt sie. Mit Buch und Suchmaschine im Internet habe sie jetzt auch begonnen, indonesisch zu lernen. Denn ihr größter Wunsch sei es, einmal ihre Anggyta und die Familie auf Bali zu besuchen. "Die Kleine ist mein Liebling. Es ist, als hätte ich irgendwo in der Ferne ein Enkelchen", erzählt die Lübbenauerin. Wenn sie dem Mädchen besonders nah sein will, geht sie in die Nikolaikirche und legt ein Bild von Anggyta vor den Taufengel, weil die Kleine selbst einem Engelchen gleiche.

Auch wenn auf Bali keine Weihnachten gefeiert werden, packt Monika Baumgart doch gerade liebevoll Spielsachen, Schulutensilien, Süßes und selbst Gebasteltes ein und schickt es auf die lange Reise. Für die dritte Überweisung nach Bali verkauft die Lübbenauerin Fotokalender mit Bildern von Milena und den Spreewald, die sie selbst anfertigt.

Die nächste kleine Spendenbox ist schon wieder gut gefüllt. Weihnachten wird die Spreewälderin oft an ihr selbst ernanntes Patenkind denken.

Text: Hannelore Kuschy, Lausitzer Rundschau

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